
Landrat Raimund Kneidinger, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Robert Soppart, 2. Bürgermeister Alois Kreipl, Fabian Soppart und der Geschäftsführer des Niederbayern-Forums, Dr. Reinhard Saller. Foto: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang
Aicha vorm Wald. Man stelle sich vor, man möchte für ein Haus die passende Energieversorgung samt Heizungsanlage planen. Was herkömmlich ein langwieriger Prozess voller Berechnungen war, geht nun in wenigen Minuten. „Ich scanne mit dem Handy das ganze Haus und wenige Minuten später bekomme ich einen exakten Plan mit Unterstützung der künstlichen Intelligenz“, erklärt Robert Soppart, der auch Mitglied in der Vorstandschaft des Niederbayern-Forum ist.
Um sich mit Vertretern des niederbayerischen Handwerks, vor allem auch zum Thema Künstliche Intelligenz auszutauschen, stattete Bezirkstagspräsident und 1. Vorsitzender des Niederbayern-Forums, Dr. Olaf Heinrich, gemeinsam mit dessen Geschäftsführer Dr. Reinhard Saller dem Unternehmen in Aicha vorm Wald einen Besuch ab.
Natürlich müsse der Mensch am Ende die Künstliche Intelligenz kontrollieren und dürfe sich nicht nur auf diese verlassen. „Aber man muss die Technologie nutzen, um sich die Arbeit zu erleichtern“, ist der 56-jährige Unternehmer überzeugt, der deshalb alle Prozesse in seinem Betrieb digitalisiert hat. Die Mitarbeiter stempeln digital auf der Baustelle ein, das gesamte Lager ist digital. Da „wir alles, was wir brauchen, selbst auf Lager haben“, ist das eine ganze Menge – von mehreren Gerüsten über Kabelrollen sämtlicher Größen bis hin zu den Wärmepumpen an sich, von denen man jährlich rund 100 verbaut.
„Vernetzung und Verknüpfung“ hält auch sein Sohn Fabian Soppart für den Weg der Zukunft. „Die Technologie wandelt sich in einer so enormen Geschwindigkeit, dass es gar nicht mehr anders gehen wird.“ Aus Sicht der Sopparts werden aber auch Service-Themen wie Reparatur von Wärmepumpen und Notdienst immer wichtiger.
Und hier kommt der Firma der Pragmatismus zugute, der den Niederbayern nachgesagt wird. „Wir haben einfach einen gesunden Menschenverstand, arbeiten nach Priorität und können mit den Leuten reden.“ Will heißen, dass Robert Soppart bei einem Notfall die Familie mit Kindern, die in der kalten Stube sitzt, dem regulären Wartungstermin vorzieht. „Das versteht aber auch jeder. Man muss halt schauen, dass für alle das Beste rauskommt.“ Und für Robert Soppart und seine Familie, von der alle Mitglieder im Betrieb mitarbeiten, ist die beste Form der Energieversorgung tatsächlich die Wärmepumpe. Von der Marke „Stiebel-Eltron“ verbaut die Firma Wärmepumpen in ganz Niederbayern sowie Teilen Oberbayerns und der Oberpfalz bis hin nach Österreich – 80 Prozent aller Reparaturen kann er innerhalb eines Tages umsetzen. „Weil wir alles, was möglich ist, vorrätig haben und selbst machen.“
Sein Rezept für den weiteren Erfolg der Firma in der Zukunft? „Man muss offen sein für Neues“, sagt Robert Soppart knapp. Was die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt angeht, ist er sehr optimistisch: „Wir brauchen nur gute Stimmung, mehr nicht.“ Denn auch, was die Nachwuchsgewinnung angeht, ist Soppart einer, der aktiv die Themen angeht. „Wir müssen uns modern aufstellen, damit man bei uns arbeiten will. Wir müssen auf die Bedürfnisse unserer Leute eingehen und sie im Team so zusammenstellen, dass es klappt.“ Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Fleiß seien nach wie vor die zentralen Werte, die während der Ausbildung vermittelt werden, um aus dem „ungeschliffenen Diamanten“ einen neuen Mitarbeiter zu machen. „Und ein Mitarbeiter sollte die Perspektive haben, so viel zu verdienen, dass er ein Haus bauen, eine Familie ernähren und einmal im Jahr in Urlaub fahren kann.“ Hört sich eigentlich ganz einfach an aus dem Mund des Obermeisters der Elektroinnung Passau.
Auch Landrat Raimund Kneidinger war von dem Rundgang durch das moderne Gebäude sowie den Austausch angetan. Als „außergewöhnlich“ bezeichnete Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich den Betrieb, der sich in nur knapp 30 Jahren enorm entwickelt hat und mittlerweile rund 60 Mitarbeiter beschäftigt. „Ich bin immer wieder begeistert, welche herausragenden Firmen wir in Niederbayern haben. Als regionale Standortinitiative will das Niederbayern-Forum solche Unternehmen verstärkt sichtbar machen“, so Heinrich, der sich herzlich für die interessanten Einblicke bedankte.